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Information Organspende

Umfragen zur Organspendebereitschaft

Die Repräsentativumfrage im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von 2010 zeigt im Vergleich zu 2008 eine Steigerung der Rate an Organspendeausweisträgern von 17% auf aktuell 25%. Diese Befragung ergibt aber auch, dass immerhin 74% der Befragten grundsätzlich bereit wären, ihre Organe oder Gewebe nach dem Tod zu spenden. Nach eigenen Angaben fühlen sich 7% sehr gut, 40% eher gut, 50% eher schlecht und 3% gar nicht über das Thema „Organ- und Gewebespende“ informiert. Aber im Bedarfsfall wünschen sich etwa 90% eine Organtransplantation.

In den Medien, der Politik und der Gesellschaft werden derzeit intensiv die Möglichkeiten diskutiert, die dazu beitragen könnten, die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Organspende zu steigern. Im Vordergrund steht bei Politikern und Fachleuten immer wieder die Verpflichtung zur Aufklärung der Bürger. Ziel der meisten Überlegungen ist es, einen möglichst hohen Anteil der Bevölkerung zu einer Entscheidung zum Thema Organspende zu Lebzeiten zu motivieren. Denn derzeit müssen in der Regel die Angehörigen in einer Situation die eigentlich der Trauer vorbehalten ist, die Entscheidung über die Einwilligung in eine Organentnahme treffen.

Unsere Studien belegen eine mit der aktuellen forsa-Umfrage vergleichbare Rate an Organspenderausweisträgern im Umfeld des UKE. Essentiell im Rahmen dieses Vorhabens war zusätzlich die weitere Informationsverbreitung und Aufklärung zum Thema Organspende und Transplantationsmedizin in mehreren Informationsveranstaltungen bei der Stadt Essen.

Interventionsstudie Organspendebereitschaft an der Universität Duisburg Essen

Mit Hilfe des hochschuleigenen Zentrums für Hochschul- und Qualitätsentwicklung wurde im Frühjahr 2011 durch den Transplantationsbeauftragten des Universitätsklinikums Essen eine Gesundheitsumfrage mit dem Schwerpunktthema Organspende durchgeführt. Mehr als 1.800 Beschäftigte haben den per E-mail versandten Fragebogen vollständig ausgefüllt.

Die Auswertung der Daten zeigt, dass die Mitarbeiter der Hochschule dem Thema Organspende sehr offen gegenüber stehen. Mehr als 41 % sind bereits im Besitz eines Organspendeausweises. Das ist weit mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt. Eine im Jahr 2010 im Auftrag der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung durchgeführte Repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 25 % der Allgemeinbevölkerung einen Organspendeausweis besitzen. Die ohnehin schon hohe Rate der Organspendeausweisträgern an unserer Hochschule konnten wir durch die Umfrage noch merklich steigern. Denn 619 Personen (34 % der Teilnehmer) können sich aufgrund der in der Umfrage enthaltenen Informationen vorstellen zukünftig einen Organspendeausweis zu tragen.

Essentiell für die Förderung der Organspendebereitschaft die gezielte Informationsverbreitung. Im Rahmen dieser Interventionsstudie konnten neben der Datenanalyse auch wesentliche Informationen zum Thema „Organspende“ an mehrere Tausend Personen weitergegeben werden. 85% der Umfrageteilnehmer haben die Informationen gelesen. Ihre Auseinandersetzung mit dem wichtigen Thema Organspende ist damit dokumentiert. Die hohe Steigerungsrate der Bereitschaft zum Tragen eines Spenderausweises zeigt die effektive Möglichkeit des gezielten Einsatzes von Kurzinformationen durch E-mail auch beim Thema Organspende.

Organspendebereitschaft bei Mitarbeitern des Universitätsklinikums Essen

Auch unter medizinischem Personal gibt es noch Informationsbedarf und Bedenken gegenüber der Organspende. Die Bereitschaft einen Organspenderausweis zu tragen erscheint aber deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Auch bei hoher Rate an Bereitschaft kann durch gezielte Aktionen die Rate an Organspendeausweisträgern gesteigert werden. Information, Aufklärung und Transparenz der Transplantationsmedizin sind für eine erfolgreiche Multiplikatorfunktion der medizinischen Mitarbeiter für die Gesellschaft notwendig.

Anfang 2007 wurde unter den Mitarbeitern des Universitätsklinikums Essen eine freiwillige Umfrage zum Thema "Organspendeausweis" durchgeführt. Eine zusätzliche Informationsveranstaltung und Umfrage unter Mitarbeitern und Gästen wurde Anfang 2009 durchgeführt.

In der ersten Umfrage wurden 242 Fragebögen ausgewertet. Insgesamt waren 55% der Befragten Mitarbeiter im Besitz eines Organspendeausweises. Der Anteil ist in der Gruppe der Frauen (60%) gegenüber Männern (46%) signifikant größer. Prozentual gibt es unter 21- bis 30-jährigen (60%), unter Ledigen (60%) und unter ärztlichem Personal (67%) besonders viele Träger eines Organspendeausweises. 19% der Mitarbeiter, die bisher nicht Besitzer eines Organspendeausweises sind, können sich vorstellen, zukünftig einen Organspendeausweis zu tragen. In der zweiten Umfrage wurden weitere 151 Fragbögen ausgewertet. Insgesamt waren 64% der Befragten im Besitz eines Organspendeausweises, der Anteil ist unter den Mitarbeitern (66%) gegenüber den Gästen (48%) signifikant höher. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten viele Gäste (17%) erstmalig Informationen zum Thema Organspende. Weiteren Informationsbedarf haben ebenfalls insbesondere die Gäste (35% vs. 21% der Mitarbeiter). Dieser Trend bestätigt sich auch in vorläufigen Ergebnissen einer Umfrage aus diesem Jahr.

Organspendebereitschaft unter Medizinstudenten in Essen

Seit 2009 führen wir im Rahmen der Hauptvorlesung Chirurgie zum Thema Organspende bei den Studenten eine Umfrage durch. Dabei messen wir sowohl die anfängliche Bereitschaft zur Organspende sowie auch den Einfluss der Vorlesung auf die Einstellung der Studenten. Insgesamt zeigt sich, dass 2/3 bereits einen Organspendeausweis haben, fast die Hälfte der Studenten geben an durch die Vorlesung positiv in ihrer Organspendebereitschaft beinflusst worden zu sein. Aber immerhin 18 % wünschen sich noch weitere Informationen.

Organspendebereitschaft bei Mitarbeitern der Stadt Essen

2007 wurde ein Fragebogen an die Beschäftigten der Stadt Essen versandt. In diesem wurden Geschlecht, Alter und ein „Indikator für Organspendebereitschaft“ stratifiziert nach dem Tragen eines Organspendeausweises analysiert.

Insgesamt wurden 1 814 Fragebögen ausgewertet. 20% der Befragten trugen zum Zeitpunkt der Erhebung einen Organspendeausweis. Es konnte keine Assoziation zwischen Geschlecht, Alter und dem Tragen eines Organspendeausweises festgestellt werden. 23% der Befragten, die regelmäßig entweder Sport betrieben oder Blut spendeten, waren Träger eines Organspendeausweises. Dies ist signifikant mehr, als bei Befragten, für die dieses Kriterium nicht zutraf.

Fazit

Der bedeutsamste Ansatzpunkt, die Organspenderzahlen zu erhöhen, ist nach unserer Untersuchung die Steigerung der Zustimmungsrate. Nur durch mehr Information und Aufklärung lassen sich falsche Vorstellungen und insbesondere dadurch entstandene Vorurteile gegenüber der Organspende ausräumen. Eine Befragung durch Hamza et al. zeigt, dass immerhin über 80% der deutschen Bevölkerung dem Thema positiv gegenüber stehen und zwei Drittel durchaus bereit wären, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Die forsa-Umfrage von 2010 zum Thema Organspende bestätigt nach wie vor diesen Trend. Eine Befragung der Mitarbeiter des UKE über das Vorhandensein eines Organspendeausweises ergab, dass mehr als die Hälfte der Befragten einen Spendeausweis besitzen. Dies zeigt klar die hohe Bereitschaft zur Organspende bei Mitarbeitern, die leicht Zugang zu Informationen und entsprechenden Organspendeausweisen haben.
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