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Information Organspende

Organspendepotential

Die Auswahl geeigneter Organspender, deren intensivmedizinische Behandlung, die Hirntoddiagnostik und die Gesprächsführung mit den Angehörigen sind weiterhin eine medizinische und ethische Herausforderung für alle Beteiligten. Durch Aufklärung der Bevölkerung und gezielte Ausbildung der gesprächsführenden Ärzte könnte die Ablehnungsrate minimiert werden. Eine organisatorische Verbesserung des Organspendeprozesses mit Einführung von Transplantationsbeauftragten und strukturierter hausinternen Organisation kann die Organspenderate über eine verbesserte Analyse und Ausschöpfung des vorhandenen Potentials steigern.

Die Erfassung des Organspendepotentials erfolgt prospektiv mittels des dargestellten Erhebungsbogens und zukünftig auch mit dem führend von der Deutsche Stiftung Organstransplantation (DSO) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe entwickelten IT-Tool „Transplant-Check“.

Ein Schwerpunkt ist die Evaluation des Organspenderpotenials am Universitätsklinikum Essen. Die vorgelegte Untersuchung beschäftigt sich dabei intensiv mit der Analyse aller mit Hirnschädigung am Universitätsklinikum auf einer Intensivstation Verstorbenen. Diese aufwendige Aufarbeitung kann erstmals für ein Krankenhaus in Deutschland mit sehr hoher Datenqualität herrausarbeiten, wo Schwachstellen im Organspendeprozess liegen. Zwischenzeitlich haben wir unsere eigene Analyse gemeinsam mit den Ergebnissen von zwei weiteren Universitätskliniken ausgewertet.

Unabdingbar ist eine Diskussion jedes einzelnen Falles mit den behandelnden Ärzten und erfahrenen Transplantationsmedizinern über die DSO. Die Transplantationsbeauftragten sollen zum anderen Informationen zum Thema Organspende an die Mitarbeiter und die Bevölkerung weitergeben. Eine Sensibilisierung des Fachpersonals für mögliche Organspender kann durch eine strukturierte Weiterbildung insbesondere auch der Transplantationsbeauftragten nachhaltig zur Erhöhung der Organspenderate führen.

Im Jahr 2009 konnten 13 Multiorganentnahmen von am Universitätsklinikum Essen verstorbenen Patienten durchgeführt werden. Damit konnte eine kontinuierliche deutliche Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren erreicht werden. Diesen auch im Vergleich zu den anderen Universitätskliniken sehr konstanten Aufwärtstrend seit 2005 beizubehalten war das Ziel, das wir bislang leider nicht erreichen konnten.

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